17.07.2025, 22:48 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.07.2025, 22:52 von chnuke.)
Damit meine ich, dass ich mit einem Stromer (vor allem aufgrund der anfälligen Elektronik und vieler, teilweise markenspezifischer Ersatzteile) weit mehr auf eine Werkstatt angewiesen bin, die mir schnell hilft. Ich mache ja mittlerweile aus Verzweiflung schon fast alles selber, aber leider treffe ich bei akuten Problemen auf Händler, die komplett überlastet sind und mir Termine in 6-8 Wochen anbieten. Das mag für Freizeitradler gerade noch ok sein. Für einen daily Pendler ist das komplett inakzeptabel.
Liegengeblieben bin ich tatsächlich auch schonmal, weil nach 13.000km der Riemen (er hat seine Zähne verloren) und beide Riemenscheiben durch waren (ich fahre halt bei jedem Wetter und leicht verschmutzte Wirtschaftswege sorgen bei Regen für Dreck). Der TCS kam tatsächlich dann auch erst nach deutlich über 2h. Das wäre im Winter hart geworden.
zu 2a) Die Entmystifizierung der Kombination Pinion / Gates wird nicht jedem gefallen. Ich fahre nur auf geteerten Velowegen und Strassen, doch der Dreck, der daruf liegt stetzt sich dank der Schmiermittel in der Kette fest und wirkt dort als Schleifpaste. Der Auswurf nach vorne ist derart übel, dass ich den Stromer ständig waschen müsste (was ich aber nur mit meiner Kleigung mache)
zu 2b) Ein Patrouilleur des TCS meinte, falls ein Stromer eine Panne habe, werde man ein Fz mit Anhänger schicken, um ihn aufzuladen. Nun, gewiss gibt es nur ein begrenzte Anzahl davon... Ich habe nicht nachgeschaut, aber zur Einführung der TCS Versicherung galt, dass der Einsatz nicht zu Hause stattfinden darf. Da die allermeisten Fälle aber vor der Abfahrt auftreten, wäre ein Transport des Stomer zum Mech hilfreich.
zu 1a) Das ist die Einzigartigkeit des Stromer: Motor, Akku, Contoller, Display, Software, App und Ladegerät ist alles Hausgemacht. Diese Kombination mach das Wesen eines Stromer aus. Das hat seinen Preis in Franken und in Risiko.
zu 1b) Die Velomech funktionieren noch immer nach dem Prinzip: Unterkapazität halten, Arbeitsvorrat anlegen. Das ist ärgerlich für die Kunden und sollte dem Werk zu Denken geben. In der Tat ist ein Commuter Bike nur dann eines, wenn es weitgehend unterbruchsfrei zur Verfügung steht.
20.07.2025, 22:17 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2025, 22:42 von chnuke.)
Nach 13.000km -ebenfalls nur auf geteerten, aber nicht immer sauberen Wegen- sah das so aus. Nun habe ich 25.000km auf dem ST7 und tausche präventiv (wenn ich denn einen Termin bekomme)
Der TCS hatte zur Behebung 40min kalkuliert. Das reichte gerade, um mich nach Hause zu bringen. Sonst hätte er mich an dem betreffenden Sonntag nur am nächsten Bahnhof abgesetzt.
Wenn sich jemand dafür interessiert, was bei einem ST7 alles kaputtgehen kann, kann sich gerne melden. Ich kenne vermutlich die meisten Themen.
21.07.2025, 12:07 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.07.2025, 01:43 von ST2-jsg.)
(21.07.2025, 08:23)trasher schrieb: Chnuke, wie teuer ist der Ersatz von Zahnriemen und Riemenscheiben?
Habe das mal verglichen... der Riemenantrieb ist in der Wartung in Bezug zur Kette markant teurer. Die dreifache Lebensdauer würde das rechtfertigen, nur wird diese in der Praxis selten erreicht. Wer viel pflegt kommt aber nahe ran.
21.07.2025, 13:13 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.07.2025, 13:35 von Martini Snowfox.)
(20.07.2025, 22:17)chnuke schrieb: Nach 13.000km -ebenfalls nur auf geteerten, aber nicht immer sauberen Wegen- sah das so aus. Nun habe ich 25.000km auf dem ST7 und tausche präventiv (wenn ich denn einen Termin bekomme)
Der TCS hatte zur Behebung 40min kalkuliert. Das reichte gerade, um mich nach Hause zu bringen. Sonst hätte er mich an dem betreffenden Sonntag nur am nächsten Bahnhof abgesetzt.
Wenn sich jemand dafür interessiert, was bei einem ST7 alles kaputtgehen kann, kann sich gerne melden. Ich kenne vermutlich die meisten Themen.
ich fahremeinen ST2 Gates seit 19500km und der Riemen hat noch keine Verschleißanzeichen. selbst der Lack ist noch auf dem großen Blatt drauf. Ich reinige den aber auch alle 150 bis 500km je nach dem wie viel Schmutz er abbekommen hat und sprüh ihn auch dann ein (nicht nur oben sondern auch die Zähne mit). Dabei sind 20% meiner Wege unbefestigt und ich fahre auch bei jedem Wetter - so wie gestern, wo es so viel geregnet hatte, dass mein Stromer inmitten des Wolkenbruchs den Vortrieb mit 2 Fehlermeldungen abschaltete weil sich etwas Wasser in der oberen Ladebuchse am Ramen gesammelt hatte.
(19.07.2025, 21:54)bluecat schrieb: zu 1b) Die Velomech funktionieren noch immer nach dem Prinzip: Unterkapazität halten, Arbeitsvorrat anlegen. Das ist ärgerlich für die Kunden und sollte dem Werk zu Denken geben. In der Tat ist ein Commuter Bike nur dann eines, wenn es weitgehend unterbruchsfrei zur Verfügung steht.
Das kann ich nachvollziehen, aber nicht so unterschreiben. Bei meinem letzten Fall hatte das Hinterrad geklackert. Dummerweise fing es unregelmäßig auf meiner Radreise an und zog sich dann über 1400km quer durch die BRD und auch etwas durch die Schweiz. Die Speichen waren es nicht, genausowenig wie die Bremsen oder die Felge. Es war verm das Lager. Genau das hatte mir ein Velomech in Zug bestätigt, als ich da kurz hielt um die Sache in einem Flagship-Store prüfen zu lassen (Er hatte es gefeiert, dass ich das Stromer als Reisemobil nutz) Mein Händler teile auch die gleiche Meinung, weil ein anderer Fehler nicht auszumachen war. War jedoch schon nahe der Verzweiflung, weil Stromer da nicht aus dem Quark gekommen war um eine Lösung anzubieten (man ließ die Antwortzeit verstreichen, dass jedes mal ein neues Ticket aufgemacht werden musste). Ende vom Lied war, dass nach 6 Wochen Korrespondenz man sich entschlossen hatte (auf Seiten des Herstellers) einfach ein neues Hinterrad zu schicken damit der Fall irgendwie abgeschlossen werden konnte. Ich hatte es am Vormittag hingebracht und konnte es am Abend wieder abholen. Seither rollt meine Velo-Polare wieder und das unregelmäßige summen am Motor ist nun auch wieder gleichmäßig.
Zum Stromer selbst: Wer sich solch ein Rad kauft, muss dafür ein Verständnis aufbringen, dass weil vieles aus eigenem Hause kommt und viele Komponenten wie auch Software-Knotenpunkte am bike verbaut, installiert und programmiert sind, es in gewissen Konstellationen zu Fehlern kommen kann, welches dann eine abnormale Reaktion hervorruft die sich manchmal auch nicht reproduzieren lässt. Selbst Software-Riesen sind vor sowas nicht sicher und eine 100% sicherheit gibt es einfach nicht. Dennoch finde ich es auch nur fair, wenn der Hersteller sich dann auch darum bemüht solches A möglichst schnell aufzudecken, B eine Lösung bereitzustellen und C das auch gescheit zu kommunizieren, bzw auch auf die Wünsche der Kunden auch einzugehen (aktives Zuhören). Sich auf seiner Errungenschaft auszuruhen anstelle Details zu verbessern oder Service zu bieten während man Wochen lang das Velo nicht bewegen kann ist alles andere als cool. Ich brauch nicht den neusten Quatsch wie Radar, beheizbare Griffe, 3000lumen Licht, 300km Reichweite, ABS hinten, ESP, integrierte Navigation, Tempomat mit Abstandshalter, etc, wenn Service und Zuverlässigkeit steigen.
Für Fehler die passieren habe ich Verständnis, für mangelhaften Service (viel Bürokratie / unzureichende Kommunikation) oder minderwertige Qualität von Bauteilen (nur weil man hier 30 rappen an einer Schraube sparen mag) nicht.