08.03.2025, 17:07
(07.03.2025, 16:31)ST2-jsg schrieb: Die Nennkapazität vermindert sich im laufe des Betriebs aufgrund der kalendarischen- und zyklischen Alterung im Betrieb. Der Kennwert dazu heisst SoH (State of Health).
Was passiert nun bei kalten Temperaturen?
Gute Aufschlüsselung der Argumente!
Meine These ist, dass der Akku eine gewisse unwilligkeit entwickelt, Leistung abzugeben. Vergleichbar mit einem Milkshake mit einen zu dünnen Röhrchen: Es passt weniger durch pro "Saugung" aber man Ende ist der Becher dennoch leer. Kein Kapazitätsverlust, aber weniger Spitzenleistung.
Im Akku wandern die Ionen durch den Elekrolyt, vergleichbar einer DNS bei der Gelelektrophorese. Elektrische Leiter verlieren an Widerstand, je tiefer die Temperatur ist. Ich nehme daher an, dass der Innenwiderstand der Akkuzelle im Winter ebenfalls abnimmt.
Vorgestern bin ich mit Akku=12ºC losgefahren und zu Hause mit Akku=24ºC angekommen. Wäre der Akku 5 Liter Wasser, würde das 70Wh benötigen! Die Erwärmung ist ohne Frage eine Folge des Innenwiderstandes. Aber durch die Erwärmung laufen die Chemischen Prozesse (die Ionenwanderung ist ein Physikalischer Prozess) schneller. Der Chemische Prozess ist das Herauslösen der Ionen am Startpunkt ihrer Wanderung und das Eingliedern am Ziel. Diese Prozsse sind vermultlich eher Endotherm denn Exotherm.
Fazit: Je kälter der Akku ist, desto mühsmer ist es, Ionen herauszulösen und desto einfacher wandern die Ionen.
Der Reichweitenverlust könnte also eine andere (hauptsächliche) Ursache haben. Um 15% weniger weit zu kommen reicht auch eine Anstieg des Verbrauchs um 15%, also z.B. von angezeigten 16Wh/km auf angezeigte 18Wh/km. Das würde sich auf die angezeigten Rest-km auswirken. Nicht undenkbar, dass bereits das Gewicht der Winterausrüstung - meist mehrere kg - da einen Einfluss hat.

